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Kann man den Erfolg von ai messen?
Pro Jahr startet ai ca. 800 Eilaktionen („urgent actions“), an denen sich weltweit mehr als 80.000 Mitglieder beteiligen. Allein in Deutschland nehmen ca. 5.000 regelmäßige Briefschreiber an diesen Ak­tionen teil. Bei den Aktionen auf der EXPO 2000 in Hannover, auf der 26 Einzelschick­sale präsentiert wurden und sich über 50.000 Besucher mit einem Fax beteiligten, waren wir in 13 Fällen erfolgreich.

Wie kann ich bei ai mitmachen?
Es gibt viele Möglichkeiten, bei ai mitzu­machen. Hier eine Auswahl:
Als Mitglied in einer Gruppe Das heißt, aktiv in einer lokalen Gruppe zu einem bestimmten Thema Aktionen planen und durchführen.
Als Einzelmitglied und z.B. Abonnent des Verteilernetzes „urgent action“. Sie können zu Themen Ihrer Wahl arbeiten und so viele Briefe schreiben, wie es Ihnen mög­lich ist.
Als Förderer Das bedeutet, dass Sie regelmäßig eine Spende für ai leisten.

Was tut ai eigentlich?
Seit 1961 setzt sich ai für die Einhaltung der „Allgemeinen Erklärung der Men­schenrechte“ der Vereinten Nationen ein und prangert deren Verletzungen weltweit an. Mit mehr als 2 Millionen Mitglie­dern/Unterstützern in über 150 Ländern gehört ai zu den großen international täti­gen Organisationen, die sich unabhängig von jedwedem Einfluss von Regierungen oder von politischen Ideologien um Opfer von Menschenrechtsverletzungen küm­mern.

Was bedeuten „Menschenrechte“ in der Praxis?
Niemand darf nur wegen seines Glaubens, seiner Hautfarbe, Sprache, ethnischen Ab­stammung oder sexuellen Identität inhaf­tiert werden. Wir setzen uns für die Frei­lassung von gewaltlosen politischen Ge­fangenen ein, die also weder Gewalt selbst angewandt haben noch Gewaltanwendung in irgendeiner Form unterstützt oder be­fürwortet haben. Grundsätzlich fordern wir für alle politischen Gefangenen faire und zügige Gerichtsverfahren. Warum ist ai gegen Folter und Todes­strafe? Folter und Todesstrafe sind grausame, un­menschliche und erniedrigende Strafen. Die UNO hat erklärt, dass Folter unter kei­nen Umständen zu rechtfertigen ist. Sie hat sich ebenfalls für die weltweite Abschaf­fung der Todesstrafe ausgesprochen. ai unterstützt diese Forderung, ohne damit die begangenen Verbrechen bagatellisieren oder gar billigen zu wollen. ai setzt sich aber dafür ein, dass alle Beschuldigten ein faires Gerichtsverfahren erhalten und im Falle ihrer Verurteilung eine gerechte Strafe unter Respektierung ihrer unabding­baren Menschenrechte erhalten.

Wie finanziert sich ai?
ai finanziert sich ausschließlich aus Spen­den seiner Mitglieder oder privaten Förde­rer. Um unabhängig und neutral bleiben zu können, akzeptiert ai keine Spenden von Regierungen oder aus der Wirtschaft. Die aktiven Mitglieder arbeiten alle ehrenamt­lich und die deutsche Zentrale in Bonn/ Berlin verfügt nur über wenige bezahlte Stellen.

Ist ai nicht doch eine irgendwie politische Organisation?
Naturgemäß ist das Engagement für die Menschenrechte ein politisches Thema. ai ist jedoch parteipolitisch vollkommen un­abhängig. Auf welchen Informationen basieren die Einschätzungen von ai? Für ai ist die Verlässlichkeit der eigenen Informationen von größter Bedeutung, um durch hohe Glaubwürdigkeit einen maxi­malen Erfolg zu erzielen. Um einen mög­lichst hohen Standard garantieren zu kön­nen, werden alle gemeldeten Menschen­rechtsverletzungen von den Fachleuten in unserer Zentrale in London, dem Interna­tionalen Sekretariat, streng überprüft. Un­tersuchungsteams werden vor Ort ge­schickt, um unabhängige und möglichst objektive Einschätzungen zu gewährleisten. Sie hören Opfer, deren Familien und weitere Zeugen, aber auch die Regierungs­seite. Mitarbeiter von ai besuchen Gefan­gene und entsenden Prozessbeobachter. Nur von unterschiedlichen und unabhängi­gen Quellen bestätigte Meldungen bewir­ken, dass ai sich eines Einzelfalles schließ­lich annimmt.

Wie erreicht ai ihre Ziele?
ai arbeitet mit verschiedenen Methoden und auf unterschiedlichen Ebenen. Um die Freilassung von politischen Gefan­genen zu erreichen, schreiben die Mitglie­der von ai Briefe an die entsprechenden Regierungen/Botschaften. Man kann am einfachsten über das Informations- und Verteilernetzwerk „Urgent Action Net­work“ unter www.amnesty.de Abonnent werden, oder die Eilnachrichten werden zu Ihnen nach Hause geschickt. Außerdem können Sie über unsere Zeit­schrift ai-JOURNAL monatlich Informa­tionen über die Situation von Gefangenen erhalten. Unsere Gruppen beschäftigen sich mit bestimmten Schwerpunktthemen. Sie arbeiten zu besonderen Krisengebieten oder kümmern sich um Menschen, die besonders gefährdet sind (Kinder, Frauen, Journa­listen, Schriftsteller, Gewerkschafter etc.). Durch unsere Öffentlichkeitsarbeit (Stra­ßenstände, Lesungen, Ausstellungen etc.) versuchen wir, Aufmerksamkeit zu erzeu­gen und neue Mitglieder und Förderer zu gewinnen. Die Lobbyarbeit wird vor allem von unse­rer Zentrale in Bonn/Berlin übernommen. Politiker aller Parteien und die entspre­chenden Gremien unserer Regierung (Menschenrechtskommission des Deut­schen Bundestages) werden mit Informa­tionen versorgt und gedrängt, für die Ver­pflichtungen aus der UN-Menschenrechts­konvention einzutreten.

Um bei ai aktiv mitarbeiten zu können, muss ich da nicht schon eine Menge Wissen mitbringen?
Es hört sich komplizierter an, als es in der Praxis ist! Es ist toll, wenn man eine Fremdsprache beherrscht, aber nicht not­wendig. Neue Mitglieder erhalten eine Vielzahl von Informationen und Tipps und sind herzlich eingeladen, ein „Newcomer“-Seminar zu besuchen.